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XTERRA Grabouw in Südafrika - Mein Comeback ist geglückt!







Zuerst einmal möchte ich mich ganz herzlich bei allen fleissigen Daumendrückern bedanken... hat super funktioniert! Vielen lieben Dank auch für eure netten Mails und Gästebucheinträge, die mich immer wieder ganz besonders motivieren! Ausserdem möchte ich den Veranstaltern Stillwater/Duesouth zu einem absolut gelungen Event gratulieren. Selten habe ich ein so wunderbar organisiertes Rennen erlebt.

Aber jetzt zu meinen persönlichen Eindrücken...
Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie glücklich ich war nach so langer Zeit wieder ein Rennen zu bestreiten. Nach meinem schweren Radunfall und der darauf folgenden 8 monatigen Zwangspause war es für mich wie ein Geschenk am Start des Xterra in Grabouw/Südafrika zu stehen.

Meine Vorbereitungszeit für das Rennen war zwar sehr kurz - ich musste ja leider wieder bei null anfangen - aber gemeinsam mit meinem Trainer haben wir das wirklich toll hinbekommen.

Zu Beginn war ich mir einerseits total unsicher ob sich eine gute Vorbereitung in dieser kurzen Zeit überhaupt ausgeht, anderseits aber hab ich immer fest daran geglaubt und natürlich auch gehofft, dass mein Körper das wieder beginnende Training gut verkraftet.
Egal - dachte ich mir – es wird sich schon irgendwie ausgehen - ich wollte ohnehin nur eins... Spass haben!

So und nun war ich hier in Südafrika – übrigens ein wunderbares Land voller netter Menschen - und fieberte meinem aller ersten XTerra und gleichzeitig meinem ersten Start nach der Verletzung entgegen. Es war ein ungewohntes Gefühl das Rennkribbeln zu spüren und ich muss zugeben ich war wahnsinnig nervös.

In den Tagen zuvor hab ich mir natürlich die Rad- und Laufstrecke angesehen und ich wusste es wird ein hartes Rennen, aber ich freute mich darauf! Kopfzerbrechen bereitet mir nur das Schwimmen. Beim Training zuhause hatte ich zwar schon wieder ein gutes Wassergefühl entwickelt und ich war auch mit meinen Fortschritten sehr zufrieden... allerdings war das hier kein Hallenbad sondern ein See und der war für meine Begriffe furchtbar. Eine braune Brühe die sich nach und nach in ein dunklbraun bis schwarz verfärbte. Man konnte die Hand vor Augen nicht sehen. Diesmal war ich heilfroh, dass der Wetsuit erlaubt war, denn falls es ein Problem geben sollte, dann würden sie mich wenigsten wieder finden...

Der Startschuss fiel und wir alle verschwanden in den braunen Fluten. Es war irgendwie seltsam, denn gesehen hat man niemanden, immer nur gespürt. Die erste Disziplin war für mich an diesem Tag ziemlich grenzwertig und ich war froh als ich endlich festen Boden unter den Füssen spürte. Schon während des Schwimmens und beim Ausstieg hatte ich massive Probleme mit meinem Gleichgewichtssinn... nur mit Mühe errreichte ich die Wechselzone. Den Beginn meines ersten Rennens hatte ich mir natürlich etwas anders vorgestellt, aber das Positive war - es konnte nur noch besser werden.

Mein erster Wechsel dauerte dadurch zwar länger als geplant, aber schlussendlich war ich dann froh auf meinem Bike zu sitzen und die 27 KM Mountainbikestrecke in Angriff zu nehmen. Ich freute mich darauf. Aufgrund meiner schlechten Schwimmzeit von 29 Minuten war natürlich schon ziemlich viel los auf der Bikestrecke. Das Tempo war mir viel zu langsam und ich hatte grosse Mühe meine Mitstreiter zu überholen. Da die Radstrecke vorwiegend aus groben losem Gestein, tiefen Sand oder Singletrails besteht, war es sehr schwierig eine geeignete Stelle zum Überholen zu finden, denn abseits der Ideallinie war das Terrain fast unfahrbar oder so kräfteraubend, dass man ohnehin nicht vorbeikam. Es war so viel Verkehr, dass ich an einer Abfahrt zu einem Singletrail gut 1 Minute warten musste bis ich endlich an der Reihe war. Das hat mir wirklich viel Zeit, Nerven und auch ein paar blaue Flecken gekostet. Als ich nämlich zu ungeduldig wurde und auf der darauffolgenden Jeep Route eine Kurve innen nehmen wollte, machte ich die unliebsame Bekanntschaft mit dem Boden, ein unscheinbares, aber tiefes Sandloch stoppte mich abrupt und ich machte einen unfreiweilligen Abflug. Eine völlig sinnlose Aktion von mir. Aber zum Glück ist nix gröberes passiert, ausser das ich eine Menge Staub schluckte und ich mich wieder an derselben Position wie vorher befand.

Die Bikestrecke hier in Grabouw beinhaltet wirklich einen tollen Mix aus verschiedenste Herausforderungen, viele Single Trails; Waldpassagen; Jeep Routen - die gespickt sind mit knöcheltiefen Sandlöchern; einen `rocky horror garden´ – ein Bergabstück mit einem sehr engen steilen Trail, grossen Steinen technisch sehr anspruchsvoll; Anstiege die uns alle zu einem Spaziergang zwangen und nicht zu vergessen der allgegenwärtige Sand, Sand, Sand... überall Sand! Sozusagen alles was ein MTB Herz begehrt... man musste hoch konzentriert fahren. Ich für meinen Teil hatte ziemlich viel Spass auf der Strecke und so konnte ich die 27 Kilometer in einer guten Zeit von 2:02 und mit vielen zusätzlichen Erfahrungen für mein nächstes Rennen bewältigen.

Der 2. Wechsel klappte ganz gut, ich war super drauf und ich freute mich schon auf den abschliessenden Lauf. Mittlerweile stand die Sonne schon sehr hoch, kein Wölkchen war am strahlend blauen Himmel zu erkennen, ein Traumwetter ganz nach meinem Geschmack, das Thermometer stieg und stieg und zeigte mittlerweile schon 36 Grad. Die Laufstrecke hatte es in sich, keine Chance auf Schatten und die ersten 5,6 Kilometer ging es erstmal den Berg hinauf und die zweiten 5,4 Kilometer auf einigen haarsträubenden schmalen Wegen den Berg wieder runter...

Der lose Schotter und der feine Sand machten die Aufgabe nicht gerade leichter, es war wirklich schwer einen Halt zu finden, jeder Schritt rutschte. Zwischendurch gab es noch eine Wasserdurchquerung - eine wahre Wohltat bei dieser Hitze - da war es auch ganz nebensächllich, dass es sich schon wieder um eine braune Dreckbrühe handelte. Die Tiefe des Wassers konnte ich nicht erkennen, also wurde sie kurzer Hand von mir durchschwommen. Der krönende Abschluss war dann noch die 1 Kilometer lange Überquerung des tiefsandigen Strandes am Staudamm. Baaaah... das war zach... aber ich musste wirklich lachen... wieder war er da der allgegenwärtige wunderschöne weisse feine Sand!

Das Ziel war nun schon in Reichweite und ich wusste ich hab es geschafft, nach langen harten Monaten der Ungewissheit, ob ich überhaupt je wieder ein Rennen bestreiten kann, war ich nun kurz vor dem Ziel und den Tränen nahe.

Es war ein ganz persönlicher Sieg für mich, ein grossartiges Rennen mit der Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf Maui/Hawaii als Krönung, ein enormer Spassfaktor, tolle Herausforderungen und viele nette Leute!!! Grabouw wir sehen uns wieder!


Alles Liebe
Eure Doko


Hier noch die Zahlen, Daten und Fakten...
Finishtime: 3:41:19 / AK: 4. Rang / Gesamt: 19. Rang / Persönlich: ein kleiner Sieg für mich!
Splitzeiten: 1,5km swim: 0:29 Std. / 27km bike: 2:02 Std. / 11km run (455 HM) 0:59 Std / den Rest hab ich beim Wechseln `vertrödelt´!


ALLE FOTOS VOM XTERRA SÜDAFRIKA --> GIBT´S HIER!