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Das Rennen zur falschen Zeit, aber am richtigen Ort!


Frankfurt die Mainmetropole mit der wohl imposantesten Skyline Deutschlands hat wohl eines der imposantesten Ironman Rennen von ganz Europa!

Obwohl für mich das Rennen leider nicht optimal verlaufen ist, möchte ich euch trotzdem einige persönliche Eindrücke von der Ironman Europameisterschaft, dem längsten Tag des Jahres in Frankfurt vermitteln.

Das gesamte Event könnte man ganz locker in einem Wort zusammenfassen… WOW!!!
Die Organisatoren dieses Rennens haben wirklich tolle Arbeit geleistet… es fängt schon an bei der Registrierung, der Triathlonmesse rund um den Römer, beim Eincheck, wo jeder Athlet seinen eigenen Helfer zur Seite gestellt bekommt, der dich in der ganzen Wechselzone begleitet, es gibt nirgendwo Wartezeiten. Die Schwimmstrecke ist alle hundert Meter mit einer grossen gelben Boje und einem eigens gesetzten überdimensionalen Orientierungspunkt an Land gekennzeichnet. Das ganze Wochenende stehen tausende Helfer, die unentgeltliche ihre Freizeit `opfern´ mit einer Faszination und Begeisterung bereit, um dieses Event zu einem Megaevent werden zu lassen. Es ist schlichtweg ein Irrsinn, was diese Leute leisten! Vielen Dank dafür, ohne die zahllosen Freiwilligen wäre eine solche Veranstaltung überhaupt nicht möglich.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist der Kampf gegen das Doping! Agegroup-Athleten werden genauso getestet wie natürlich ALLE Profis, aber nicht nur Pinkelproben werden genommen sondern es finden Blutdopingproben statt. Ich kann mir schon vorstellen, dass das einige Betrüger doch abschreckt dort zu starten und das ist gut so – bleibt zuhause wo ihr seid!
Aber auch die strengen Kontrollen auf der Radstrecke durch die Marshalls, die `Packlerei´ wie auf anderen Wettkampfstrecken gibt es hier nicht… auf 83 Kilometern sind 60 Marshalls auf Motorrädern im Einsatz und zusätzlich noch stationäre auf der Strecke, die die Windschattenfahrer per Funk weitergeben, du fährst praktisch immer überwacht und wenn du auch nur daran denkst ein bisserl knapper auf den Vordermann aufzufahren, dann steht die nächste Penaltybox für 6 Minuten zu deiner Verfügung. Ein sehr faires Rennen, wie ich meine!

Die Zuseher entlang der Strecke sind auch eine Klasse für sich! Da die Radstrecke durch viele kleine Dörfer und Städte rund um Frankfurt und in Hessen führt ist immer und überall für Stimmung gesorgt. An expliziten Stellen wie `The Hell´ ist die Stimmung wie in einem Hexenkessel, am Heartbreakhill fährt man durch ein Spalier von Menschen, dass ungefähr 2 Kilometer lang ist und das Alpe d´Huez Stimmung garantiert… das ist Ironmanfeeling wie ich es bei meinem ersten IM in Klagenfurt ein kurzes Stück in St. Egyden (aber noch auf dem alten Dreirundenkurs) kennen gelernt hab und das war auch der Grund warum ich mit dem Ironman Sport überhaupt erst begonnen hab!

Tja, leider konnte ich diese Stimmung für mich am Sonntag nicht nutzen. Ich hab es wirklich versucht, mich an die Startlinie gestellt und auf ein kleines Wunder gehofft, nämlich, dass meine Kraft die ich in den letzten Wochen durch die bösartige Krankheit und das langsame Sterben meines Lieblings Naomi verloren hab, wieder zu mir zurückkommt. Aber im tiefsten Herzen hab ich gewusst, dass das einfach nicht funktionieren kann. Viel zu tief ist das Loch, dass in mein Herz gerissen wurde. Ich weiss, einige von euch können das sicher nicht verstehen, ich hab auch schon gehört, ...das ist ja nur ein Hund... Aber wenn man so eine Verbindung wie Hermann und ich zu unserer Naomi hatte, dann ist es als ob einem das Liebste auf der Welt genommen wird und dann ist alles andere nur mehr nebensächlich und absolut unwichtig. Und genauso hab ich mich auch an der Startlinie gefühlt. Ich hab gewusst, ich hab das ganze Jahr genial und hart trainiert und wenn man mich vor vier Wochen noch gefragt hätte, hätte ich gesagt… wenn die Tagesverfassung passt, dann kann mich in Frankfurt nichts und niemand bremsen und ich hol mir den Titel! Nur leider kommt es oft anders als man denkt…

Aber nichtsdestotrotz ist der Ironman in Frankfurt ein absolutes Megaevent, zu dem man den Veranstaltern nur gratulieren kann. Dieses Jahr konnte ich das Rennen leider nicht beenden, aber wer weiss, vielleicht ist es mir 2010 vergönnt ein wunderbares Rennen bis zum Schluss in Frankfurt zu erleben.

Allen Finishern ob in Frankfurt oder Klagenfurt möchte ich auf das Herzlichste gratulieren, ihr habt Aussergewöhnliches geleistet und ihr könnt wirklich stolz auf euch sein.


Alles Liebe
Eure DoKo