Ironman 70.3 Austria St. Pölten 02. Juni 2007



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Qualifikation für die WM geschafft!!!


Der Weg zur WM Quali nach Clearwater in Florida war am Samstag aufgrund des Wellenstarts sehr unterschiedlich für uns Athleten. Die Profis Damen und Herren in der ersten Welle hatten noch die besten Bedingungen. Das Wasser war ruhig und die Radstrecke fast durchgehend trocken.

Am schlimmsten hat es uns Frauen und Teamstarter in der 5. und letzten Welle erwischt. Die Startzeit war 40 Minuten nach den Profis und da war das Wetter alles andere als angenehm. Einige Minuten vor unserem Start zog plötzlich ein Unwetter auf. Stürmischer Wind peitschte den sintflutartigen Regen uns fast waagrecht entgegen. Wir Athleten flüchteten ins Wasser um dort auf den Start zu warten und die wenigen Zuschauer und Betreuer versuchten Deckung hinter Sträuchern und Bäumen zu finden.
Das Wasser im See wurde durch den Wind so aufgepeitscht, dass die ersten Bojen in Form von weissen Kanistern!!! beim Schwimmen nicht mehr zu sehen waren. Der Wasserstart verlief reibungslos, aber ich konnte meinen gewohnt guten Rhythmus leider überhaupt nicht finden… der "Froschtümpel", in St. Pölten auch Badesee genannt, war extrem grausig… nach ca. 950m und 15min später erreichte ich den ersten Ausstieg, dem folgte ein ca. 300m langer Lauf über eine Brücke und einen Asphaltweg zum 2. See, in dem nochmals 950 Meter zu schwimmen waren. Als Führende in meiner AK kam ich aus dem Wasser und versuchte in der Wechselzone, die mittlerweile vollkommen unter Wasser stand, meine Füsse vom Schlamm und Dreck zu befreien um schnell auf das Rad zu kommen.

Der Regen hatte zwar mittlerweile wieder aufgehört, jedoch stand überall Wasser und die Fahrbahn war extrem rutschig. Schon beim ersten Kreisverkehr wurde ich heruntergebremst, da vor mir leider einer von vielen Teilnehmern an diesem Tag gestürtzt war. Auf der Autobahn ging’s dann Richtung Krems. Das war ein tolles Erlebnis, dort konnte ich so richtig Druck machen und natürlich war es ein cooles Gefühl eine Autobahn auf dem Rad sitzend für sich alleine zu haben. Der Wellenstart in Altersklassen unterteilt war insofern positiv, dass es absolut ein faires Rennen bezüglich Windschatten fahren war. Jeder musste für sich alleine kämpfen. Zumindest soweit ich das beurteilen konnte.

Die Radstrecke war sehr selektiv und führte uns über die kleinen Ortschaften inmitten der Weinberge weiter nach Mautern und die Wachau. Aufgrund der nassen und verschmutzten Fahrbahn war es dort sehr gefährlich zu fahren, speziell die Abfahrten musste ich sehr dosieren um nicht, so wie viele Athleten im Acker zu landen. Von Aggsbach weg ging es dann ca 9km bergauf über Gansbach. Ich freute mich schon auf die folgenden Abfahrten wieder Richtung St. Pölten, allerdings liess der dunkelschwarze Himmel über mir, mich das Schlimmste befürchten und so war es dann auch. Ein Gewittersturm liess meinen Traum von einer tollen Radzeit platzen. Was nun folgte kann man eigentlich gar nicht beschreiben.
Die Strasse verwandelte sich innerhalb von Sekunden in einen Rinnsal, der Regen fiel so stark, dass ich den Strassenverlauf kaum mehr erkennen konnte. Ich hatte alle Mühe mein Rad und mich auf der Strasse zu halten. Es war wie in einem schlechten Film… kurz dachte ich mir „was machst du da überhaupt?“ Aber der Gedanke war gleich wieder vergessen, denn ich wusste meinen Mitstreiterinnen ging es auch nicht anders… und so konnte ich meine Führung auch nach den 90km auf dem Rad behaupten. Nur die erwartete Zeit konnte ich natürlich nicht mehr erreichen. Aber oberste Priorität war, dass ich gesund und ohne Sturz in die Wechselzone komme.

Ich war wirklich froh es ohne Sturz geschafft zu haben… und jetzt lagen noch 21km laufen vor mir. Ich fühlte mich sehr gut und wusste, dass ich sicher einen tollen Laufsplit haben werde. Und so war es dann auch… 1:39:19 für den Halbmarathon und noch dazu mit einem negativen zweiten Laufsplit... damit war ich sehr zufrieden.

Am Beginn des Halbmarathons wusste ich, dass ich noch immer in Führung liege und mir war auch bewusst, ein WM Ticket für Clearwater / Forida war zum Greifen nah! Kurz nach der ersten Wende im Regierungsviertel wurde ich von der späteren Siegerin überholt und die Drittplazierte sass mir im Nacken. Aber ich wusste auch, für die WM Quali musste ich Platz 2 erreichen… und den liess ich mir nicht mehr nehmen. Ich rettete 3 Sekunden ins Ziel!!!

Gratulation an die Siegerin Michaela Rudolf… wir sehen uns in Clearwater. Ich freu mich schon!!!

Vielen lieben Dank an meinen (strengen ;-)) Coach Marcel, denn ohne ihn wäre ich nicht in dieser ausgezeichneten Form!!!

Herzlichen Dank auch an alle Fans, die trotz der widrigen Wetterverhältnisse bis zum Schluss ausgeharrt haben vor allem aber an Hermann und seinen Eltern, Geschwister, Nichten, Neffen… und deren Freunden für die lautstarke Unterstützung an der Strecke!


Glg DoKo



1,9km swim - 90km bike - 21,1km run

Gesamtzeit: 05:14:09

AK W35: 2. Platz Qualifiziert für die Ironman WM 70.3 Clearwater Beach / Florida

Splitzeiten:
swim: 0:33:00 mit Neopren, (2 Seen inkl Landgang ca 300m)
bike : 2:55:53
run : 1:39:19










































Video Ford Ironman World Champinship 70.3 Clearwater Beach 2006



Montag, 04. Juni 2007